In der Musikliteratur des 20. Jahrhunderts wird bis auf wenige Ausnahmen das Soloinstrument Horn sonderbar vernachlässigt. Offenbar schien es den meisten Komponisten zu sehr der romantischen Musiktradition des 19. Jahrhunderts verhaftet. So liegt gerade darin der Reiz, die suggestive Kantabilität dieses Instruments in ganz anderen Kontexten erscheinen zu lassen, vor allem aber ist es für Komponisten unserer Zeit auch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Instrumentalkonzert selbst, dem viele Musikschaffende am Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr vorbehaltlos begegnen können.
Diese Lücke zu füllen war der Ausgangspunkt für die vorliegende Produktion.
Zu Beginn ein Experiment mit ungewissen Ausgang lässt die Endfassung
doch Erstaunliches zu Tage treten: Drei Komponisten der Gegenwart – Roland Freisitzer, Thomas Heinisch, Norbert Sterk – bildeten den Grundstein der Idee sich näher mit dem Soloinstrument auseinanderzusetzen und neue Wege, neue Klangbilder zu entwerfen die sich sehr konträr von der uns bislang bekannten Hornliteratur abheben. Ihre Kompositionen wurden extra für
dieses Projekt geschrieben, fanden sie doch mit der argentinischen Hornistin Nury Guarnaschelli
ein Ausnahmetalent sowie im ensemble "die reihe“ und dem Dirigenten Gottfried Rabl willkommene Mitstreiter.
Hornkonzerte zu spielen ist die eine Sache. Neue, alle Grenzen überschreitende Klänge dem Instrument zu entlocken etwas vollkommen anderes. Aus dem
Klangschatten des Ensembles heraus entstehen kontrastreiche Farben und rhythmische Konturen für das Soloinstrument, überhaupt scheint die Grenze zwischen Solist und Ensemble oftmals nicht mehr fassbar. ROLANDFREISITZERS Music for horn and 11 musicians besteht aus Wiederholungsmustern, die strukturell und formal stark gebunden sind. Bei NORBERTSTERK „… und leuchteten das Dunkel aus“ wirkt der Ensembleklang wie ein auskomponiertes Klangecho des Solo-Horns. Schatten die mehr und mehr Eigendynamik entwickeln und schließlich in einer Art „Klangturm“ gipfeln dem fast sprichwörtlich „die Luft ausgeht“. THOMASHEINISCH, selbst einst Hornist, überrascht mit einer eigenwilligen Besetzung, die bis auf einen Kontrabass vollkommen auf Streicher verzichtet. Kein anderes Instrument ist der „Natur“ so nahe, oder verkörpert den Naturklang so sehr wie das Horn. Ausgehend von Mahlers Begriff des „Naturlauts“ versucht HEINISCH den „Naturklang“ des Horns in seinen verschieden-artigen Facetten im Ensemble zu spiegeln.
Um einen archaischen Klang, vielleicht weniger düster geprägten Bild von Natur, geht es auch in KURTSCHWERTSIKS „ … in keltischer Manier …“, einem Konzert für Alphorn und kleines Orchester, op. 27. „Nur auf Naturtöne beschränkt, deren einige nicht in unsere Tonleitern passen, verbindet uns das Alphorn mit den ältesten Schichten unserer Kultur: spätestens die Kelten hatten ähnliche Instrumente!“ (Kurt Schwertsik).
Es war der ausdrückliche Wunsch von Nury Guarnaschelli, eine Komposition ihres Landsmannes Roberto Pintos auf dieser CD zu haben, denn das Horn gehört nicht zu den traditionellen Instrumenten der argentinischen Musikgeschichte, auch wenn es bei den Ureinwohnern ähnliche rustikale Vorgänger gegeben hat. Und in der Tat bildet dieses Stück in seiner Folkloristik einen überraschend rhythmischen wie virtuosen Abschluss dieser Produktion.
Roland Freisitzer: Music for horn and 11 musicians
Thomas Heinisch: Chimare
Norbert Sterk: … und leuchteten das Dunkel aus (… and illuminated the dark)
Kurt Schwertsik: Alphorn Concerto, Op. 27, "… in keltischer Manier" (in the Celtic manner)
Roland Freisitzer, ein Wiener vom Jahrgang 1973, komponiert und dirigiert unentwegt, etliche Jahre vorwiegend in Russland und in Skandinavien, seit einigen Jahren wieder in seiner Heimat. Klanglich stark vom
Rhythmischen und von Pattern-Strukturen bestimmt, zeigt er große emotionelle Breite, von der Aggression bis zum augenzwinkernden Humor. Seine Stilentwicklung lässt sich an Hand der sieben Werke auf dieser CD, die innerhalb von einem
Jahrzehnt entstanden sind, gut verfolgen.
Benjamin Schmid - Violine
Roland Batik - Klavier
Heinrich Werkl - E-Bass
Fredvard Mühlhofer - Schlagzeug
Wiener Motettenchor, Leitung: Ingrun Fussenegger
Ensemble "die reihe"
Friedrich Gulda: Wings - A Concert Piece for Solo Violin, String Orchestra
and Rhythm Section
Friedrich Gulda: Concertino for Players & Singers für Solo-Klavier,
E-Bass, Schlagzeug, Streicher, Pauken und vierstimmigen Chor
Der „Präpräsident" von Tübsdrüüh liebt seinen Hund mehr als seine Staatsgeschäfte. Sein Vater, der dicke Diktator, ist darüber todunglücklich, schläft im Militärzelt und hat eine Umweltaktivistin zur Freundin. Die „Präpräsidentengattin", ein schrilles Opfer des Schönheitswahns, ist ebenfalls unglücklich und kokettiert mit dem „Präpräsidenten"-Sekretär, der - was keiner weiß - ein „Schläfer" ist und den Auftrag hat, die ganze Gesellschaft in die Luft zu jagen.
Einer der erfolgreichsten österreichischen Bühnendramatiker, der Bachmann-Preisträger Franzobel und der vielgestaltige und dennoch unverwechselbare österreichische
Komponist und Saxophonist Max Nagl, haben sich zusammengetan um eine Polit-Operette zu schreiben, deren Thema nicht aktueller sein könnte: Es geht um den islamistischen
Terror und einen sehr unklugen westlichen Präsidenten.
Musik: Max Nagl
Libretto: Franzobel
Nancy - PRITI COLES
Jaqulin - BEA ROBEIN
Elmar - MARK HAMMAN
Kalafati - MARTIN BUSEN
Georg - DARIUSZ NIEMIROWICZ
Surm - WALTER RAFFEINER
ÖMZ 10-11/2005
NEUE MUSIK AUF CDS:
Das Repertoire wird immer größer
Wer über neue Einspielungen Neuer Musik berichtet, muss zunächst wieder
Erfreuliches feststellen: Das Angebot wird immer größer, die Qualität der
Aufnahmen im Schnitt - sowohl was den technischen Standard als auch die
Interpretationen betrifft - deutlich besser; Mitschnitte von mittelmäßigen
Konzerten sind bereits Seltenheit.
Auch heuer gebührt das erste Lob dem ORF. Er edierte u. a. die
Personale Richard Dünser (ORF-CD 399), die zeigt, dass dem Komponisten
längst die Entwicklung zum überzeugenden "Tondichter" gelungen ist.
Bald elegisch zarte, bald dramatisch gesteigerte Klangverästelungen prägen sein
1. Streichquartett Elegie. An Diotima (1986), eine ...
facettenreich dargebotene Hölderlin-Nachempfindung.
In den ... hervorragend eingespielten Quatre Tombeaux
(1993/94) für Gitarre "rekurriert Dünser bewusst auf den Geist altfranzössicher
Gambenmusik" (Susanne Kogler in dem sehr informativen Booklet), die Drei
Klavierstücke I. Erinnerung. II. Monument. III. Nachtgesang ... sind
erneut literarisch beeinflusst; zudem verbinden sie auch durch die
Heraufbeschwörung der Gedankenwelt Arnold Schönbergs die Tradition mit neuen
Ausdruckswelten.
Diese Doppelpoligkeit weist dann auch das einem Vers von T. S. Eliot
nachempfundene ... breeding lilacs out of the dead land ... für
Kammerensemble (1997/98) auf, das Dünser zu einem Universum von "atmosphärischen
Klängen" (Rainer Lepuschitz) inspirierte.
"die reihe" / Erich Urbanner wird ihrem hohen Ruf in jedem Moment gerecht.
ein_klang_records 017, remix 02, 8cm CD-R
Remix von Ramsauer und Manninger
so wie Werke von Anton Webern u.a.
[1] Ramsauer & Maninger, kofomi04_remixed 13:05
Michael Ramsauer-Müller (elektr.) und Werner Arno
Manninger (elektr.)
Remix von Kompositionen von Georg Friedrich Haas,
Michael Amann, Hossam Mahmoud und Sandeep Bhagwati
Anton Webern, Drei Lieder, op. 18
Interpreten: Judith Kopecky (sop.), Walter Würdinger (guit.),
Stephan Vohla (clar.)
[6] I. Sehr ruhig 00:58
[7] II. Sehr bewegt 01:11
[8] III. Langsam 01:12
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Instrumentaler und elektronischer Klangraum
wird in zwei Ensemblestücken und zwei Solostücken in jeweils
unterschiedlicher Weise zusammengeführt.
Die komponierten Werke mit improvisatorischem Freiraum lösen großteils
instrumentale Charakteristika auf, integrieren pick-ups, e-bows,
Mikrofone, Lautsprecher oder Betonmisch-maschinen als Klanggeneratoren
bzw. -transformatoren. Ein anspruchsvolles, sehr spannendes Hörerlebnis!
Und Du ...
(1963) / Langegger Nachtmusik I für Orchester (1969) / Netzwerk (1962-1967/1978-1980)
Mircea Mihalache, Harumichi
Fujiwara, Neven Belamaric, Wolfgang Dosch, Zelotes Edmund Toliver - Sprecher / Arthur Korn - Bariton /
Donna Robin - Koloratursopran / Ernst Meister, Helmut Janatsch, Guido Wieland, Günther Anders, Grete
Zimmer - Sprecher / ORF Chor /
RSO - Wien
/ Friedrich Cerha - Leitung
Die Komposition »Und Du...« von Friedrich Cerha führt zu Betroffenheit: Die sich ebenfalls mit der
atomaren Bedrohung befassenden Worte erfahren eine dem Inhalt des Textes adäquate Untermalung, kurze,
zwischendurch auftauchende Textpassagen wirken selbst via Entfremdung sinnvoll.
Als „Projekt-CD
einer einzigen Schaffensperiode“ bezeichnet der Komponist selbst diese
CD. Auf ihr sind ausschließlich Werke mit Elektronik zu hören. Hat ihn
reine Computermusik nie interessiert, macht er hier Musik, in der mit
Hilfe des Computers Saitenklänge und Strukturen verändert werden. Durch
Abspeicherung von Klangfeldern in Echtzeit, mehrfach wiederholt,
entstehen so „kanonische Effekte, sogenannte Massenbewegungen“ (W.
Raditschnig). Faszinierend!
Das Ensemble
"die reihe" spielt Uraufführungen Österreichischer Komponisten
MICHAEL AMANN - Fantasiestück für Ensemble GERHARD GRAML - Three Dances for Very Fine Music Ensemble, Samples and Low Budget Jazz Band. (From the program "The Igor
Improvisations". The program was inspired by the works of Igor Stravinsky and led to the production
of new music.)
FRIEDRICH CERHA - "Lichtenbergsplitter" für Bariton und Ensemble DANIEL OBEREGGER - Ritrovare für 10 Spieler
Hörbeispiel (mp3, 784k) CHRISTOPH CECH - Atmosphères 98
HK Gruber - Chansonnier Josef Pitzek - Kontrabass
Rainer Keuschnig - Klavier
Kurt Prihoda - Schlagzeug
"Eine letzte Art Chanson" verwendet
Texte von Friedrich Achleitner und Friedrich Cerha. Es handelt sich dabei um Satiren, Groteskes und
Politisch-Zeitkritisches. Laut eigenen Worten wollte Cerha sich damit ein wenig von den
"sakrifizierten Bereichen der Großkunst weg auf das gefährliche Terrain der Kleinkunst" begeben.
Eine interessante, witzige, teils makaber-groteske CD!
" ... Im Fehlenden wie im Vorhandenen spiegelt sich gleichermaßen nicht nur Kunst
und Zeit, Anspruch und Qualität, Aufbruch und Resummée, sondern vor allem Differenz,
Genuss, Widerspruch,
Andersartigkeit, also Eigenständigkeit und Eigenheit ... " (Christian Scheib) Drei CDs dokumentieren
30 Jahre Komponieren in Österreich. In dem 40-seitigen Booklet wird jeder Komponist vorgestellt, sein
hier vorliegendes Werk beschrieben (oft in Eigenzitaten), mit Quellenangaben und umfangreichem
Bildmaterial. Ein unverzichtbares Dokument zur Musikgeschichte Österreichs.
Als Bestandsaufnahme nach 30 Musikprotokollen, veranstaltet vom ORF im steirischen
herbst, sind diese drei CDs gedacht. Damit sind sie "eine Dokumentensammlung zu 30 Jahren Moderne
in Österreich, ein Fragment zur Musikgeschichte in Österreich, in der Österreichs Kulturgeschichte als
ein Brennpunkt der internationalen zeitgenössischen Musik hörbar" wird. Das Booklet ist ausführlich
mit Originaltexten der Komponisten und kurzen biographischen Angaben gestaltet.
ORF MP 30/1-3
MAURICE RAVEL - Trois poèmes de Stephan Mallarmé IGOR STRAWINSKY -
a) Two Poems (Balmont) /
b) Three Japonese Lyrics
GYÖRGY LIGETI -
Aventures - Nouvelles Aventures for 3 singers & 7 instrumentalists EDGAR VARÉSE - Hyperprism for small Orchestra and Percussion / Ionisation for Percussion Ensemble of 13
Players / Offrandes for Soprano and Chamber Orchestra a) Chanson de là-haut b) La croix du sud /
Intégrales for Small Orchestra and Percussion / Octandre / Density for Flute
Marie-Thérèse Escribano, Gertie Charlent - Soprano / Marie-Therese Cahn -
Alto / William Pearson - Baritone /
Helmut Riessberger - Flute /
Kurt Schwertsik -
Horn / Friedrich Hiller, violoncello / HK Gruber, doublebass / Roland Altmann, Kurt Prihoda - Percussion / Käte Wittlich - Piano / Gertraud Cerha - Hapsichord Friedrich Cerha - Conductor
Vox Box CDX 5142
GYÖRGY LIGETI
Aventures - Nouvelles Aventures for 3 singers & 7 instrumentalists
Gertie Charlent - Soprano / Marie-Thérèse Cahn -
Alto / William Pearson - Baritone /
Helmut Riessberger - Flute /
Kurt Schwertsik -
Horn / Friedrich Hiller, violoncello / HK Gruber, doublebass / Roland Altmann, Kurt Prihoda - Percussion / Käte Wittlich - Piano / Gertraud Cerha - Hapsichord Friedrich Cerha - Conductor
Octandre / Hyperprism for
small Orchestra and Percussion / Ionisation for Percussion Ensemble of 13 Players / Offrandes for Soprano and Chamber Orchestra
a) Chanson de là-haut
b) La croix du Sud /
Intégrales for Small Orchestra and Percussion / Octandre / Density for Flute
Entr'acte cinématographique from the ballet "Rêlache" / Trois petite pièces montées / Piège
de Méduse / Les embryons desséchés / Les pantines dansent / La belle excentrique / Socrate
Trois petite pièces montées / Piège
de Méduse / Les embryons desséchés / Les pantines dansent / La belle excentrique /
Entr'acte cinématographique from the ballet "Rêlache"
This DVD contains the most beautiful Music accompanied by the most beautiful
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Watch, listen und relax!
Audio:
Gymnopedie
Preludes Flasques
Pour Un Chien
-Voix d'Intérieur, Idylle Cynique
-Chanson Camine Avec
-Cameraderie
-Croquis Et Agaceries d'Un
-Gros Bonbomme En Bois: Tyrclienne, Turque
-Danse Maigre, Espanana
Piège de Medus:
-Quadrille - Valse Pas Vite
-Mazurka Un Peu Vif
-Polka Quadrille
Socrate - Drame
Symphonmique Avec Voix
Piano: Marylene Dosse
Piano: Grant Johannesen
Ensemble "Die Reihe"
Conductor: Friedrich Cerha
Der Komposition "Recherche" liegen die "Vogelgespräche" des persischen Mystikers
Farid Ud Din 'Attar zugrunde, die den 7-teilingen Pfad des Sufismus beschreiben. Die Suche nach
einem Ort der Ruhe und des Beschütztwerdens vor einer überindustrialisierten Gesellschaft eröffnet sich
dem Hörer immer wieder in Seierls Schaffen. Die CD ist aufwendig gestaltet mit einem umfangreichen
Booklet, das Handschriften, Texte und Bilder von Wolfgang Seiler enthält - ein Liebhaberstück.
ein klang records 003
Arnold Schoenberg
Pierrot Lunaire
Marie-Thérèse Escribano - Soprano /
Helmut
Riessberger - Flute / Rolf Eichler - Clarinet / Joseph Plichta - Bassclarinet / Viktor Redtenbacher - Violin / Eugenie Altmann-Cloeter - Viola / Friedrich Hiller - Violoncello / Ivan Eröd - Piano Friedrich Cerha - Conductor
Den Ausführenden zur Benutzung,
den Zuhörenden zur Ergötzung,
den Lehrenden zur Anregung,
den Lernenden zur Anleitung
geschrieben
und allen Freunden und Liebhabern der Komposition mit Zwölftonreihen
zugeeignet
Written
for the use of performers,
for the pleasure of listeners,
for the
stimulation of teachers,
for the instruction of pupils,
and dedicated
to all friends and lovers
of composition in the twelve-note system